Frickelmusik

Ong parl Frongsäs! Immer mal was Neues, dachten wir uns und erspähten noch andere schicke Berlinmagazine in der Presselandschaft. Berlin Poche ist ein Print-Magazin ganz in Französisch und dazu ein echtes internationales Stück Berlin. Eine kleine feine Taschenzeitschrift in der großen Stadt, für Franzosen, Frankophile und solche die es werden wollen. In Zukunft erscheinen Beiträge aus Berlin Poche unter dem Motto “Regarder plus loin que le bout de son nez” * und in zwei Sprachen, als eine regelmäßige Kooperation zwischen französischer Zunge und Berliner Schnauze. Et voilá:

Ick bin ein Berliner

Jan Rohlf, Künstler, Mitgründer und Veranstalter der Club Transmediale (CTM) hat es geschafft. Vom 1.-6. Februar 2011 veranstaltete er zum wiederholten Mal das “Computermusik-Festival” in Berlin. Aus dem Plan,  einfach “nur eine gute Veranstaltung” zu machen, wurde über die Jahre ein international renommiertes Multimedia-Event. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Interview &. Übersetzung:  Louis Seiller / Propos recueillis par Louis Seiller

Fotografien/Photos: Tent, Textbearbeitung: Johanna von Stülpnagel

Jan Rohlf
Jan Rohlf

Als Mitgründer des Festivals: Wie ist Club Transmediale entstanden?

Ende 1998 haben wir das Festival gegründet. Damals habe ich in meinem Atelier einen kleinen Club mit ambient music aufgemacht. Andere Freunde von mir, wie Marc Weiser und Lillevän Pobjoy oder Timm Ringewaldt, waren auch in der Club-Szene aktiv und hatten die Idee, dass alles, was in diesem Club organisiert wird, in einer einzelnen Veranstaltung stattfinden sollte. Wir dachten, dass wir ein Festival mit Medien-Kunst und Musik auf die Beine stellen sollten. Dann haben wir die Transmediale angesprochen, die schon ein etabliertes Festival war. Wir haben sie gefragt, ob wir einen Versuch machen könnten. Doch wir hatten gar nicht die Idee ein Festival zu gründen! Wir wollten eigentlich nur eine gute Veranstaltung machen.

Wie schafft man es, so ein Projekt mit so vielen verschiedenen Musikern und Clubs zu organisieren?

Wir schaffen es fast nicht … (lacht) … sondern nur mit wahnsinnigem Engagement und vielen engagierten Leuten, die das Festival aus Begeisterung und nicht wegen der Bezahlung machen – weil es kaum Bezahlung gibt. Man schafft es, wenn man in einem Netzwerk arbeitet und viele Partner aus der Branche kennt. Hier herrscht kein Direktor, sondern wir alle arbeiten zusammen mit anderen Clubs in Berlin, mit vielfältigen Festivals in Europa und verschiedenen Organisationen. Wir sind ein Kollektiv-Kern von drei Personen und das ganze Jahr über mit dem Festival beschäftigt. Während des Festivals gehören zum “Teamkern”  rund zehn Mitarbeiter und wahrscheinlich über 100 Helfer, die mitmachen, abgesehen von den Künstlern.

Was ist für dich “typisch Berlin” im CTM? Inwiefern könnte dieses Festival nur hier, in Berlin, stattfinden?

Obwohl die finanzielle Lage in Berlin schlecht ist, war und ist diese Stadt immer noch “die Richtigste” überhaupt. CTM ist aus der Club-Szene der Nachwendezeit entstanden. Dadurch entstand dieses “Cross-over”, diese Offenheit. Diese vielfältige Kunst-Szene, die man im “Nacht-Format” zusammenbringen kann. Das kann man nur in Berlin verwirklichen, denke ich. Und auch mit diesem Risiko, dass man etwas zu machen versucht, was die Leute nicht erwarten.

Et maintenant … auf Französisch:

Après des études à l’UdK à la fin des années 90, Jan Rohlf lance avec des amis ce qui deviendra la vitrine de la culture club de la ville et des sons du futur. Le festival est désormais établi comme un événement à part entière, exigeant et à la réputation internationale et ce, avec un budget chaque année incertain. Optimiste et passionné, Jan Rohlf nous présente son bébé.

Comment l’aventure du festival Club Transmediale est-elle née?

Nous l’avons lancée fin 98. À l’époque, j’avais mis en place un petit club dans mon atelier. Mes amis Marc Weiser, Lillevän Pobjoy, Timm Ringewaldt et moi-même connaissions bien la scène musicale et étions convaincus que ces artistes et clubbers berlinois devaient avoir l’occasion musicale de se réunir. L’idée d’un festival qui mêlerait les nouvelles formes d’art avec la musique est alors née. Nous nous sommes tournés vers les Transmediale, festival déjà établi. Mais nous ne voulions pas fonder un festival, seulement organiser des concerts pour l’occasion.

Comment arrive-t-on à mettre en place un tel projet avec un programme aussi éclectique ?

En fait on y arrive pas ! (rires) Ou seulement avec un engagement fou et peu d’argent, puisqu’il n’y en a presque pas. Ça marche grâce à notre réseau, à nos partenaires. Nous n’avons pas de directeur. Nous sommes un noyau de 3 acharnés qui travaillons toute l’année sur le projet. Pendant le festival l’effectif atteint 10 personnes, mais à cela viennent s’ajouter nombreux jobs. L’équipe se compose alors d’une centaine de collaborateurs… sans compter les musiciens.

Pourquoi ce genre d’événement ne pourrait pas avoir lieu ailleurs ?

Issu de cette scène électro des années d’après Chute du mur, le CTM ne pouvait que s’installer à Berlin : ce cross-over, cette ouverture d’esprit, ces différentes scènes artistiques et cette vie nocturne… Même si nous avons nous-même à Berlin de sérieux problème financiers, cela ne peut avoir lieu qu’ici. On aime le risque de présenter au public de l’inattendu.


Der Club Transmediale ist vorbei, aber die Elektro-Musik geht weiter:

24. Februar 2011, 20.00 Uhr, BEN FROST / KLIMEK, Elektroakustischer Salon im Berghain, Berlin

Mehr Infos: BERGHAIN

Mehr Infos zum Club Transmediale und der Transmediale: www.clubtransmediale.de, www.transmediale.de

*Regarder plus loin que le bout de son nez bedeutet “über die eigene Nasenspitze raus kieken” … oder eben über den Tellerrand.

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