Der Schokoladen hofft auf den Tausch-Deal

Das Alpenglück im Schokoladen

Von Bastian Ernicke, Johanna von Stülpnagel und Nicole Walter

Jetzt heißt es erstmal wieder Warten, Warten, Warten. Dem Schokoladen steht eine Räumungsklage ins Haus, aber es gibt Hoffnung, dass der Berliner Kulturort bleibt. Der Bezirk Mitte bemüht sich, dem Eigentümer des Schokoladen-Hauses ein Ersatzgrundstück anzubieten. Dann könnte der Schokoladen – mit Unterstützung – sein angestammtes Haus in der Ackerstraße 167 selbst kaufen und der jetzige Eigentümer könnte einen Neubau errichten. Dieser ist nicht abgeneigt, auch wenn er einen Wertverlust befürchtet: “Selbst ein flächenmäßig fairer Tausch würde einen bedeutenden Verlust für uns darstellen – aber um endlich den Knoten zu zerschlagen, würden wir dies bei einem akzeptablen Verhandlungsergebnis auch akzeptieren”, schreibt Markus Friedrich per Mail auf die Nachfrage von bierstattblumen. Die Beteiligungsgesellschaft Friedrich Trier GmbH & Co. KG ist heute Eigentümerin des Schokoladen-Hauses.

Fast wäre der Tausch-Deal jetzt einen Schritt näher gerückt – die zuständigen Senatsverwaltungen und der Bezirk wollten eigentlich am 23. März entscheiden, ob sie den Tausch offiziell anpacken. Doch sie haben ihre Entscheidung vertagt. Frühestens am 6. April stehe sie wieder auf der Tagesordnung, sagte Irina Dähne, Sprecherin des Liegenschaftsfonds zu bierstattblumen. Dem Liegenschaftsfonds gehört ein großes Grundstück an der Ecke Ackerstraße/Invalidenstraße. Ein Stück davon will der Bezirk Mitte dem Schokoladen-Vermieter zum Tausch anbieten. Doch dafür muss der ‘Steuerungsausschuss Liegenschaftsfonds’ von Senat und Abgeordnetenhaus ein entsprechendes Vergabeverfahren beim Liegenschaftsfonds in Auftrag gegen. Dies kann nun frühestens Anfang April geschehen.

Seit 1990 macht der Schokoladen Kultur in der Ackerstraße. Im Sommer 1990 war das Haus als besetzt und anschließend instand gesetzt worden. Im Oktober des gleichen Jahres startete das Kulturleben. Im Schokoladen spielen aufstrebende Bands, er ist die Bühne für Lesebühnen wie LSD – Liebe statt Drogen und für Konzertreihen wie “thirsty und miserable”, den Acoustic Moon Club, M:Soundtrack und die Lofi-Lounge von Kitty Solaris. Zum großen Schokoladen-Kollektiv gehören auch das TISCH, das Theater im Schokohof, der Club der polnischen Versager, einige Künstlerateliers und ein Wohnprojekt.

Ramona Pop und Andreas Otto (Bündnis 90/Die Grünen) haben sich Mitte März für den Erhalt des Schokoladens in der Ackerstraße stark gemacht. Wir haben beim Bezirk Mitte nachgefragt: “Dazu sagt Herr Gothe nichts”, war die Antwort. Ephraim Gothe (SPD) ist der Baustadtrat des Bezirks Mitte.

Beer – helping ugly people having sex since 1862 (links)

Soli-konzert für den Schokoladen:

Das findet am 7. Mai im Schokoladen und im Schokohof statt. Es spielt das Berlin Boom Orchestra >>. Die 10 Euro Eintritt werden investiert in die Zukunft des Schokoladens.

Links:

>> Der Schokoladen
>> Der Schoki-Blog
>> Das Theater im Schokohof – TISCH
>> Der Club der polnischen Versager
>> Antwort des Senats auf die Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zum Schokoladen (März 2011)
>> Der Tagesspiegel über den Tausch-Deal (15. März 2011)
>> Die taz über neue Vergaberegeln für den Liegenschaftsfonds (23. März 2011)

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