Update: Amnesty International Berlin- Smart Mob vor dem Brandenburger Tor

nic. Ich war gestern mit beim Smart Mob von Amnesty International vor dem Brandenburger Tor. Er ist gelungen: viele Passanten standen erstmal völlig verwirrt vor den “sterbenden Müttern” – mit Kissen im Bauch, einige Jungs waren auch dabei -, die auf die Müttersterblichkeit in Peru aufmerksam machten. Viele waren anschließend neugierig, wollten wissen, was es mit der Aktion auf sich hat. Rund 100 Menschen haben auf Postkarten unterschrieben, um die peruanische Regierung aufzufordern, etwas gegen die hohe Müttersterblichkeit zu unternehmen

Einige Eindrücke vom Smart Mob:

Mit der Kamera dabei: Eine "sterbende Mutter" wird gefilmt

"Mütter" fallen zum Trillerpfiff auf den Boden

Überrascht schaut die Passantin genauer hin

Fotos: Christian Martin

“Mutter werden. Ohne sterben.” Unter dieser Überschrift sind gestern, am 8. Mai und Muttertag, Mütter vor dem Brandenburger Tor gestorben. Symbolisch. Denn sie “sterben” im Rahmen eines Smart Mob, den eine Berliner Amnesty International Gruppe organisierte. Via Facebook, Twitter und anderen Plattformen im Internet wurden Menschen in Berlin dazu eingeladen. “Smart”, weil anders als beim “Flash Mob” damit eine politische Forderung verknüpft ist: Alle neunzig Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau während der Schwangerschaft, bei einer Geburt oder im Kindbett. Das sind mehr als 500.000 Frauen jährlich. Darauf will der Smart Mob von Amnesty mit einer möglichst eindrucksvollen Aktion aufmerksam machen: Kurz vor 15 Uhr versammelten sich Menschen auf dem Pariser Platz. Sie brachten Kissen mit, die sie sich unter ihre Kleidung steckten, um eine Schwangerschaft zu symbolisieren – was besonders bei den Jungs erstmal einige zum Schmunzeln brachte. Pünktlich um 15 Uhr ertönten in einem Abstand von jeweils etwa 15 Sekunden fünf Pfiffe. Jeder Teilnehmende fiel zu einem der fünf Pfiffe um und blieb regungslos auf dem Boden liegen, um die Müttersterblichkeit zu symbolisieren. Nachdem der letzte der fünf Pfiffe ertönte war, standen alle auf, der Smart Mob löste sich auf und anschließend sammelten die Amnesty-Aktivisten gut 100 Unterschriften, um die peruanische Regierung aufzufordern, etwas gegen die hohe Müttersterblichkeit zu unternehmen (>> hier lang zur Postkarte).

"Mutter werden. Ohne sterben" – darum geht es beim Smart Mob am Muttertag. (cc) Torsten Mangner via flickr.com

Lea-Kristin Martin, Adriana Kessler und Sandra Bäthge organisierten den Smart Mob. Sie engagieren sich bei Amnesty International in Berlin vor allem für Lateinamerika. So hat denn auch der Smart Mob das südamerikanische Land “Peru” als Schwerpunkt. Nach der Aktion bleiben die Amnesty-Leute vor Ort für Informationen, u.a. über die Situation werdender Mütter in Peru.

Lea-Kristin Martin und ihre Mitstreiterinnen von Amnesty über die Hintergründe: “In achtzig Prozent der Fälle sterben die Frauen an behandelbaren oder vermeidbaren Komplikationen wie starken Blutungen, Infektionen, unsicheren Abtreibungen, schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck oder einem verzögerten Geburtsverlauf. Meist sind es Frauen, die in Armut leben, die zu Minderheiten oder zur indigenen Bevölkerung gehören und die am Rande der Gesellschaft leben.” Für sie könne eine Schwangerschaft zum tödlichen Risiko werden. Müttersterblichkeit sei aber nicht nur die Folge, sondern auch eine der Ursachen für Armut: “Jährlich verlieren zwei Millionen Kinder ihre Mütter und sind dadurch einem größeren Armutsrisiko ausgesetzt.”

In Berlin engagieren sich rund 700 Menschen bei Amnesty International gegen die Verletzung von Menschenrechten. Kommenden Donnerstag wird der weltweite Report für das Jahr 2010 in Berlin vorgestellt.

Links:

>> Der Smart Mob auf Facebook
>> weitere Informationen zum Thema “Mutter werden. Ohne zu sterben.”
>> Die Arbeit der Berliner Amnesty International Gruppe für Lateinamerika

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One Response to Update: Amnesty International Berlin- Smart Mob vor dem Brandenburger Tor

  1. Marc says:

    Hallo,

    erstmal tolle Aktion, daumen hoch. Ich finde es immer wieder klasse das die Menschen wenn ihn etwas nicht passt auf die Straße gehn. Und in Zeiten der Sozialen Netzwerk wird die ganze Sache noch verstärkt… ;)

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