Von Anne-Katrin Hanke und Nicole Walter : Heimat, was bedeutet das für die Menschen in Berlin? Wir sind mit der Ringbahn gefahren, an verschiedenen Bahnhöfen ausgestiegen und haben Menschen spontan danach gefragt. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop unterschiedlicher Heimaten, wie nicht anders zu erwarten. Je jünger die Menschen sind, umso mehr versuchen sie, überall auf der Welt zu Hause zu sein.
Los geht’s:


Sonnenallee: Anne Wenkel treffe ich in Rixdorf. Sie ist Illustratorin und Grafikerin und hat “mit sieben Jungs” den Verein Super e.V. gegründet, vor ihrem Laden in der Mareschstraße spreche ich mit Anne über ihre Heimat Berlin und die “Familienherkunftsheimat” Thüringen. Mehr über sie steht hier.
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“Wenn ich den Vergleich mit meinen Eltern ziehe, ist es auf jeden Fall einfacher für mich, Heimat neu zu finden. Weil ich dafür eigentlich nur drei Sachen brauche, und einen guten Freund in der Nähe und die Möglichkeit, mit Skype nach Hause zu telefonieren.”
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Sonnenallee: Direkt aus dem S-Bahnhof kommend, spreche ich auf der Saalestraße einen Mann um die 60 an. Er ist freundlich und geradeheraus. Mit Heimat hat er nichts am Hut.
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“Für dieses Land mache ich nichts, gar nichts.”
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Ostkreuz: Karin Schulz ist vor 68 Jahren am Ostkreuz geboren, hier hat sie geheiratet und hier kennt sie jede Ecke. Ich treffe sie in der Neuen Bahnhofstraße auf einem Spaziergang mit ihrer Nachbarin.
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“Wenn man hier geboren wurde, kennt man hier alles. Die ganze Gegend hier ist meine Erinnerung. Ich werde aus Berlin auch nicht wegziehen.”
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Prenzlauer Allee: Brahim Jaadari sitzt in der Stargarder Straße vor seinem Antiquitätenladen, als ich dort langkomme, und restauriert eine alte Marienstatue aus Holz. Er ist Tischler und Restaurator, vor 16 Jahren kam er aus Tunesien nach Berlin.
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“Tunesien ist meine Heimat, die Freunde, die Menschen, die Natur. Berlin ist meine zweite Heimat.”
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Gesundbrunnen: Max jongliert auf der großen Platte vor dem S-Bahnhof Gesundbrunnen und muss eigentlich gleich wieder los, um seine nächste Bahn zu erwischen. Zwischendurch erzählt er uns von Bayern, Südamerika und Berlin.
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“Ich sehe mich überall zu Hause. Ich versuche das zu schaffen, dass ich mich heimatlich fühle, mich angekommen fühle – egal wo ich bin.”
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Beusselstraße: Um die Ecke vom S-Bahnhof Beusselstraße sitzt Andreas in einer Arbeitspause vor der Tür. Moabit ist seien Heimat, ganz klar.
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“Ich bin hier groß geworden. Man fühlt sich hier zu Hause, man kennt alles. Man kennt viele Leute, man kennt die Gegend.” Was ist das Besondere an Moabit? “Diese familiäre Atmosphäre. Hier gibt’s keinen Streit, hier ist noch nie groß was passiert.”
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Halensee: Andrea und Georg sind eine Institution in der Westfälische Straße. “Die ganze Welt der Früchte” steht auf dem Markisse ihres Obst- und Gemüsegeschäfts. Darunter der Bergpfirsich, vorgestellt als der “Sean Connery” unter den Pfirsichen. Zur Heimat hat Andrea Schneider ein nachdenkliches Verhältnis. Der Missbrauch der Heimat durch die Nationalsozialisten wirkt nach.
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“Bei dem Begriff Heimat schwingt für mich, die erste Generation nach dem Dritten Reich, immer noch die Hitlerzeit mit. Was alles an dem Wort Heimat hing, das war schon manchmal schlimm. Für mich hat Heimat immer noch etwas Anzügliches. Das ist nicht positiv besetzt.”
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ICC / Messe: Armin treffen wir am Ufer des Lietzensees in Charlottenburg. Er fällt uns auf, weil er heiter-gelassen an uns vorbeirollt, als wir wie Kieztouristen mitten im Weg stehen, um den See zu bestaunen. Er kennt die Menschen hier und mag den Kiez sehr – in Berlin und Brasilien fühlt er sich zu Hause.
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“Es ist wichtig, dass die Menschen lernen, sich nicht dirigieren zu lassen von Menschen, die meinen, es muss jetzt so und so passieren. Veränderungen sind auch gut. Die gehören auch zur Heimat. Aber mitwirken muss man.”
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Heidelberger Platz : Ruhig ist es am Heidelberger Platz, sehr ruhig und grün. Dort treffe ich in der Johannisberger Straße einen Mann, der vor 75 Jahren in Neukölln geboren wurde und jetzt seit einem Vierteljahrhundert am Heidelberger Platz lebt. Im Kiez ist er inzwischen tief verwurzelt.
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“Der Osten ist mir nach wie vor ein bisschen fremd.
Ich kenne einige Ecken gar nicht.”
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Schöneberg : Im Quartier rund um den S-Bahnhof Schöneberg treffen wir Gregor Fischer. Er hat an der Humboldt-Universität Agrarwissenschaften studiert, hat einige Zeit in Mecklenburg gelebt und ist heute in Köpenick-Treptow beheimatet.
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“Hinten raus die Ostsee, vorneraus der Kudamm,
so möchte man leben.”









Interessante Rundreise und spannende Geschichten, nicht schlecht!
Sehr kurzweiliger Beitrag, weiter so!