Lasagne naschen für den Klimaschutz – der Carrot Mob in Berlin

Der Flyer zum Smart Mob in Majas Deli (c) BUND Jugend Berlin

Eine ordentliche Portion Lasagne vernaschen und ganz nebenbei die Welt retten – nichts weniger als das verspricht der Carrot Mob. Im Juli kam der Mob zu Maja’s Deli im Prenzlauer Berg. Maja und Jana, die beiden Gründerinnen des veganen Deli, hatten zugesagt, 75 Prozent ihres Tagesumsatzes in den Klimaschutz in ihrem Laden zu investieren. Und dafür haben die Carrot Mob-Organisationen von der BUND Jugend Berlin via Facebook, Twitter und Mund-zu-Mund-Propaganda die Trommeln geschlagen, damit möglichst viele Leute an diesem Tag essen kommen und der Umsatz in die Höhe schnellt.

In Prenzlauer Berg servieren Maja und Jana vegane Küche in ihrem Deli. Und auch ihr Laden ist voll am Tag des Carrot Mobs, ein Freitagnachmittag im Juli. “Wir haben rund das Zweifache unseres gewöhnlichen Umsatzes erzielt”, sagt Maja. Und so das Geld eingenommen, um den alten Herd durch einen Energie sparenden Induktionsherd zu ersetzen und einige weitere kleine Klimaschutzinvestitionen zu finanzieren. 75 % ihres Umsatzes stecken sie in Investitionen, ein ordentlicher Sprung von den 22 % bei der Mob-Premiere in San Francisco.



Der Mob bei Maja’s Deli ist der sechste große dieser Art in Berlin. Am Valentinstag 2010 stürmte der Mob das “Männertreu”, ein Blumenladen in der Bornholmer Straße zwischen Prenzlauer Berg und Wedding. Inhaberin Monika Kather steckte das Geld in neue Kühlgeräte und Bio-Blumen. Im Herbst war der Berliner Büchertisch das Ziel eines Carrot Mobs.
Carrot Mobs gibt es inzwischen auf der ganzen Welt. Und Deutschland sei eines der eifrigsten Carrot Mob-Länder, wie der Erfinder des Carrot Mobs, Brent Schulkin, vor kurzem feststellte.

“Carrot Mob” – das kommt vom englischen “Carrot and Stick” – “Zuckerbrot und Peitsche”, nur das die Peitsche fehlt, das ist der Clou. Gutes belohnen, ohne Klimasünder zu bestrafen, das ist die Idee. Zuerst hatte sie Brent Schulkin, der den ersten Carrot Mob im Frühling 2008 in San Francisco startete. Er klopfte bei gut 20 Delis in seiner Nachbarschaft an die Tür und fragte die Besitzer, wie viel Prozent ihres Umsatzes am Carrot Mob-Tag sie bereit wären in den Klimaschutz im eigenen Laden zu stecken – wenn er dafür die Werbetrommel rührt. Das Rennen hat der “K & D Market” gemacht. Familie Lee versprach, 22 % vom Tagesumsatz zu investieren. Und als es soweit war, am Carrot Mob-Tag, standen die Kunde Schlange bis zum nächsten Block (siehe Video unten).

Mehr Infos:

* Alina Fichter schrieb im Februar 2010 in der Zeitung “Die Zeit” über den Berliner Carrot Mob am Valentinstag im Blumenladen von Monika Kather in der Bornholmer Straße. Hier ist ihr Artikel.

* bier statt blumen hat mit Monika Kather vor ihrem Carrot Mob gesprochen. Hier ist das Gespräch zum Nachhören:

* Der Berliner Büchertisch schreibt in seinem Blog über den Carrot Mob im Winter 2010.

* Brent Schulkin hat Carrot Mob-Organisationsteams in Hamburg, München, Köln und anderen deutschen Städten besucht und berichtet hier in seinem Blog darüber.

* “Carrot Mob makes it rain” – das Video von Brent Schulkin auf youtube über den ersten Carrot Mob im März 2008 im K & D Market der Familie Lee in San Franciscp:

Posted in berlin.politisch, berlin.stadtwelt, Video. RSS 2.0 feed.

One Response to Lasagne naschen für den Klimaschutz – der Carrot Mob in Berlin

  1. Eine wirklich großartige Idee! Genau das ist der richtige Weg um Leute zum Klimaschutz zu animieren. Solche Ideen bringen doch am meisten, hängt es doch an uns einzelnen, die Energiewende voranzutreiben. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel!
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>