Nicht nur für Genies: Franziska Schramm über das Kreative Schreiben

Franziska Schramm

Wörter wie fette Beats. Sätze, die im Rhythmus klingen. Texte wie ein guter Rap Song. Franziska Schramm mag genau das. “Wie die Sprache klingt, fasziniert mich”, sagt sie.

Heutet startet die Autorin ihre Werkstatt für „Kreatives Schreiben“ in Friedrichshain. Menschen jeden Alters mit Lust am Geschichtenerzählen sind dazu eingeladen. “Um gut zu schreiben, muss man kein Genie sein”, sagt Franziska Schramm. “Diese Haltung ‘Man hat das Talent zum Schreiben, oder man hat es nicht’  – die teile ich nicht. Schreiben ist eine Fertigkeit, die man entwickeln kann.”

In ihrer Schreib-Werkstatt wird ausprobiert und geschrieben: Was macht eine gute Geschichte aus? Wie wird eine Figur lebendig, was macht sie sympathisch oder eben nicht? Wie baut sich Spannung auf? Wie rafft man Ereignisse zeitlich zusammen, wie spannt man sie zeitlupenartig auf?

Franziska Schramm hat im Frühjahr mit „Solopart“ den Erzählwettbewerb des Tagesspiegel und zuvor zwei Publikumspreise gewonnen. Mit 13 hat sie – Jahrgang 1985 – angefangen, die ersten “Blümchen-Gedichte” zu schreiben. “Kitschig, man lässt seine Gefühle raus, träumt sich in eine Parallelwelt.” Tagebuch hat sie seitdem immer geschrieben, dann mit 20, 21 Jahren in Erfurt ihren ersten Poetry-Slam gehört und gesehen. “Woaw, so geil kann Literatur sein – habe ich gedacht. So akustisch und nah dran an den Zuhörern.”

Heute kann sie Poetry Slams nicht mehr allzu viel abgewinnen: “Der Durchschnitt langweilt mich, es ist oft die gleiche Art von Texten. Und die Guten sind professioneller geworden und haben meist schon Solo-Programme.” Die Idee, dass Menschen live vor Publikum eigene Texte vortragen – unabhängig davon, ob sie etwas davon publiziert haben – fasziniert sie aber nach wie vor.

Was reizt sie am schreiben: “Eine gute Idee so in Form zu bringen, dass ich merke, es wird eine gute Geschichte daraus. Und: die Macht zu haben, die Worte ganz genau so zu stellen, wie ich eswill.” Nichtsdestotrotz gebe es natürlich auch viele Momente, in denen man mit den Worten hadere und viel Disziplin brauche, um sich vorwärts zu kämpfen.

Einige Autoren haben in den vergangenen Jahre Furore gemacht, weil sie ihre Bücher unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht haben: frei zum herunterladen, kopieren, weiterschicken. Cory Doctorow, zum Beispiel, hat viele seiner Texte so veröffentlicht und viel Lob von Lesern bekommen. Für Franziska Schramm ist das nichts: “Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, Texte von mir unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen. Es ist mein literarischer Text. Es geht gar nicht, dass jemand darin rumpfuscht.”

In ihrer Schreibwerkstatt sind noch wenige Plätze frei, Kurzentschlossene können sich also noch anmelden.

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Franziska Schramm liest gerne im Netz:

>> Fräulein Julia
>> love german books
>> mairisch – Der Verlagsblog
>> Das Titel-Magazin

Zusammen mit anderen Schreibenden ihres Studiengangs bloggt Franziska Schramm über Literatur auf litaffin.de.

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3 Responses to Nicht nur für Genies: Franziska Schramm über das Kreative Schreiben

  1. Markus says:

    Ich finde den creative commons ansatz durchaus sehr interessant. Allerdings nur wenn ich lediglich die Möglichkeiten im positiven sehe. Das der text natürlich irgendwann furchtbar schlimm sein könnte und ich da immernoch mit asoziiert bin geht natürlich nicht.

  2. nicole says:

    Hallo Markus,
    darauf hat man auch bei creative commons (cc) einigen Einfluss: mit der cc-Lizenz “Namensnennung-keine Bearbeitung”, zum Beispiel. Dann muss der Autor genannt werden und das Werk darf nicht bearbeitet werden. Insgesamt gibt es derzeit 6 Varianten von den cc-Lizenzen. Hier steht mehr darüber: http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/#Lizenzliste

  3. Markus says:

    Klar das ist eine Option. Allerdings würde ich es ja mögen WENN es verändert werden würde aber eben nicht ohne jegliche Kontrolle aufzugeben.

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