Das Acabion soll den Verkehr revolutionieren

Sexappeal ist, wenn die Technik es schafft die Natur in den Vordergrund zu rücken. Peter Maskus ist der Erfinder und Entwickler des Acabions. Er entwirft ein Auto für die Zukunft. Lissy Pernthaler hat ihn interviewt.

Peter Maskus und das Acabion im Engadin (c) Peter Maskus

Interview und Text: Lissy Pernthaler : Es ist ein Auto. Ist es ein Auto? Es ist ein Auto. Es ist eine Rakete, äh, nein es ist mehr als ein Automobil. Ich kann es nicht genau erkennen. Ich sehe das „Ding“ also zum ersten mal an der Krummen Lanke im Sommer 2010. Es steht in einem großen Anhänger und parkt am Waldrand, nahe der Imbissbude. Man sieht ein großes graues Etwas, es gleicht am ehesten einer Flugzeugschnute, so wie ein Segelflieger.
Ein paar Tage später auf dem Ku’damm. Wieder der Anhänger, wieder dieses Gefährt. Jetzt will ich es wissen. Ich steuere darauf zu und frage den Mann der ganz lässig mit einem blauen Buch mit dem Titel Reise um die Welt in 2 Stunden in der Hand auf dem Anhänger sitzt: „Was ist das?“, frage ich und zeige auf das „Ding“. Und er lächelt und sagt: „Das ist das Auto der Zukunft!“

Das war mein erster Kontakt mit dem Acabion. So nennt Peter Maskus, der Erfinder, sein Gefährt. Also doch ein Auto. Obwohl es, wie ich bei der näheren Beschäftigung mit dem Acabion festgestellt habe, durchaus Parallelen zur Rakete gibt. Aber dazu später mehr. Ich habe Peter Maskus auf einer seiner Roadshows, so nennt er es, wenn er mit dem Acabion an öffentlichen Plätzen sitzt und seine Bücher verkauft und über das Acabion erzählt, kennen gelernt. Ich wollte alles über dieses Zukunftsauto wissen und verabredete mich mit ihm zum Gespräch an einer ganz unbefahrenen und ruhigen Ecke Berlins, nämlich im Opernpalais unter den Linden.
Was Peter Maskus erzählt, ist das 21. Jahrhundert als Epoche der Innovatoren und vom Fortschritt einer Kunst zur Kunst eines Fortschritts, so lautet auch der Übertiel der Bücher, die er bei seinen Roadshows verkauft. Er hat ein Automobil geschaffen, das bestehende Technologien zu einem Ideal miteinander verknüpft: Fahrwerkstechnik vom Motorrad, die Aerodynamik vom Flugzeug, die Sicherheitstechnik vom Automobil. Es ist eine neue Kombination aus schon bestehenden Technologien.“, sagt Peter Maskus über seine Entwicklung.

„Das Acabion ist eine Fallstudie was passiert,
wenn man Revolution zulässt“

Nun Frage ich mich, was ist ein Auto? Ein Automobil ist ein mobiles Fahrzeug, das sich durch einen Motor angetrieben von selbst bewegt. Früher war ein Fortbewegungsmittel eine Pferdekutsche. Das sei die natürliche Entwicklung. Aber jetzt ist es höchste Zeit, zukunftsträchtiger zu denken. Peter Maskus sagt oft, dass unsere Autos heutzutage, so effizient seien, wie Kühlschränke mit offenen Türen.
Er ist ein effizienter Vordenker und zum Glück auch ein Träumer. Ein visionärer Träumer. Der sich traut, nicht nur Fragen an die Zukunft zu stellen, sondern sie auch beantworten will und das schon jetzt, in der Gegenwart, um sie in der Zukunft schon benutzen zu können.

Peter Maskus denkt an ein Gesamtkonzept. Auch Georges I. Gurdijeff, ein griechisch-armenischer Choreograph, Komponist und Esoteriker, der von 1866 bis 1949 lebte und wirkte beschrieb die Pferdekutsche gerne in einer Analogie um den Menschen in seiner Gesamtheit zu erklären.
Gurdijeff sagt, man kann den Menschen bzw. sein Wesen in Analogie mit einer Droschke setzen, wobei der Kutscher dem Geist entspricht. Er liebt die Ablenkung und das Vergnügen, jedoch meistens schläft er und wenn er erwacht, zügelt er das Pferd und lenkt es in die richtige Richtung, weil er etwas erledigen muss. Auf halber Strecke zum Ziel, schläft er jedoch schon wieder ein. Das Pferd entspricht dem menschlichen Gefühlsleben. Es geht träge umher und sucht in seiner Erfahrung von Einsamkeit und Vernachlässigung immer wieder diese Orte auf, an denen es schon einmal Zuwendung erhalten hat, wo es ein Zuckerstückchen bekommen hat. Der Wagen schließlich entspricht dem menschlichen Körper, der dem Gespann folgt. Ohne Wartung und Pflege läuft das Fuhrwerk nicht richtig, je besser wir aber unseren Körper kennen und einsetzen, desto reibungsloser wird der Wagen funktionieren. Sollten wir dies schaffen, können wir eines Tages vielleicht jemanden kreieren der in der Kutsche sitzt, den Passagier, der dem Selbst und dem freien Willen des Menschen entspricht, der genau weiß, wohin die Reise geht.
Soviel zur Analogie Gurdijeffs. Das Auto das Peter Maskus entwickelt hat, brauch genau so einen Menschen: einen bewussten Menschen der Zukunft, der effizient, schnell und bequem reisen will. Der die Verbindung von Technik und Natur optimal leben will.

Ich recherchiere im Internet über das Acabion. Neben der eigenen Internetpräsenz www.acabion.com, findet man zahlreiche youtube- Videos in denen man den Erbauer beim Probe fahren mit seinem Prototypen sieht. Es ist ein Flugplatz in St. Moritz, viel Platz. Manchmal sieht man in den Videos das Acabion auf einer kurvigen Landstraße ein zeitgenössisches Auto kreuzen. Man findet auch viele Artikel und Interviews von Automagazinen. Sie alle schreiben über das superschnelle Auto. Vergleichen die Effizienz des Acabions mit einem Formel-1- Wagen, mit einem Spritverbrauch eines Mofas. Man brüstet sich damit, das Fahrzeug bereits ausprobiert zu haben, man schreit begeistert auf, weil das Acabion nach 1 km Fahrt die 400 km/h Marke passiert.

Wenn ich Menschen vom Acabion erzähle, haben erst einmal alle große Augen, dann gibt es die, die bejahend nicken und staunen und dann gibt es die Skeptiker die es belächeln. Und ich sage: Wir sprechen von einem Auto, dass es in 40 Jahren geben soll, mit dem unsere Urenkel und Ur-Urenkel fahren bzw. reisen sollen. So hat es mir Peter Maskus bei unserem aller ersten Treffen erzählt. Und ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich mich privat nicht für Autos interessiere oder ob ich einfach einen anderen Ansatz habe. Ich wollte den Menschen hinter diesem neuen Automobil kennen lernen, die Vision seines Autos von der rein menschlichen Seite aus beleuchten um seine Motivation zu verstehen, ein Auto zu bauen, das genau so aussieht und nicht anders. Ich habe ein sehr interessantes Gespräch geführt.

Tatsache ist: Da ist ein Mann mit einer Idee, die entsteht, weil er die Beschaffenheit der Welt und die Beschaffenheit des Menschen beobachtet hat und zusammenführt. Ich begegne einem Mann der wunderbare soziale Kompetenz besitzt. Der zwar, auf Grund der Tatsache, dass er total gegen den Mainstream schwimmt, ein Einzelgänger ist, aber sich wunderbar artikulieren kann und von seinen Ideen so erzählt, dass man ihm mit jeder Silbe folgen kann. Peter Maskus vereint das Fachwissen und die Klarheit eines Autoingenieurs mit emotionaler Intelligenz. Er sitzt schon längst in seinen Startlöchern. Was sich die Menschen jetzt fragen müssen ist: Ist die Zeit bereit für die Revolution von Peter Maskus? Denn wie wir wissen ist Zeit eine Illusion.

Ich packe mein Aufnahmegerät für das Interview aus und wir unterhalten uns über den Fortschritt der Technik und schon sind wir mitten im Thema als Peter Maskus sagt: „Wenn die Autos sich so entwickelt hätten wie die Elektronik – er zeigt auf mein Aufnahmegerät - dann wären wir auch einen Schritt weiter.“ Ich frage nach.

Wenn das Auto ein Computer wäre

Warum hat sich das Auto nicht so entwickelt wie eben Beispielsweise die Elektronik?
Ich frage weiter ob die Autolobby die Entwicklung des Autos zugunsten von Bequemlichkeit und Schnelligkeit geopfert hat.

Über die Autolobby

Wir sprechen weiter über das Auto als Statussymbol und ich frage ihn, wenn man Status auch mit Schnelligkeit verbindet, warum dann sein Auto nicht gleich so großen Anklang findet, denn immerhin kommt es auf stolze 450 km/h.

Das Auto als Statussymbol

Was sagst du zu Menschen die immer noch auf den Bequemlichkeitsfaktor des nebeneinander Sitzens beim Autofahren beharren?

Über das Nebeneinandersitzen im Auto

Ich spreche die Art des Antriebs an. Der Prototyp des Acabions wurde mit einem Benzinmotor aus einem modifizierten Suzuki-Motorradmotor angetrieben. Nun hat das Acabion Team auf Elektro umgestellt. Ich frage ob beim Entwickeln der Begriff „Freie Energie“ eine Rolle spielt.

Womit fährt das Acabion?

Ich frage Peter Maskus, ob er ein Revolutionär ist.

Wirklich ein Revolutionär?

Was war vor dem Acabion, frage ich Peter Maskus. Warst du immer schon ein Revolutionär?

Über die Zeit, bevor das Acabion entstand

Ich habe Peter Maskus danach gefragt, ob er anfangs versucht hat, das System von innen heraus zu revolutionieren. Schließlich hat er jahrelang für die Autoindustrie gearbeitet.

Warum nicht mit der Autoindustrie?

Ich frage Peter Maskus, ob die Zeit reif ist und die Menschen bereit sind für das Acabion.

Ist die Zeit reif für das Acabion?

Ich habe mit Peter Maskus über den Zusammenhang von Natur und Technik gesprochen. In seinem Konzept des Acabions vermute ich nur die Spitze eines Eisbergs …

Was haben Natur und Technik miteinander zu tun?

Konzipiert wurde der Prototyp mit Benzin, wie ist der Stand der Dinge heute? Wie ist der Schlachtplan eures kleinen Teams?

Wo das Acabion heute steht

Peter Maskus über Berlin, Macht, Politik, Fortschritt und Rückschritt.

Berlin, die Macht und der Fortschritt

Warum Berlin?

Berlin, weil …

Ich frage Peter Maskus, ob er Berlin wie angekündigt tatsächlich verlässt, wenn sein Projekt in Berlin keinen Anklang findet.

Hier oder woanders?

Kannst du es jungen Menschen raten, heute Revolutionär zu sein?

Jetzt Revolutionär werden?

Was ist das erste dass du machst, wenn du morgens aufwachst?

Frühmorgens

Peter Maskus über die Einsamkeit als Einzelgänger, der einen Pfad erprobt den in der Form vorher noch keiner vor ihm gegangen ist.
Über die Einsamkeit als Einzelgänger

Was war der Punkt, an dem du aufgewacht bist, was war das erste Revolutionäre, das du gemacht hast?
Das erste Revolutionäre

Wer sind für dich die größten Revolutionäre der Menschheit?
Große Revolutionäre

www.acabion.com
www.mikova.com
www.acabion.tv

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4 Responses to Das Acabion soll den Verkehr revolutionieren

  1. elektrolurch says:

    toller beitrag und eine gute vision, finde ich.

  2. taigingseng says:

    Eigentlich eine interessante Vision, allerdings für klaustrophobisch veranlagte Menschen nicht so ideal.

    • ernieundbert says:

      stimmt. man müsste mal ausprobieren auf einer probefahrt, wie es sich anfühlt.

    • Bernd Weber says:

      Der Hinweis “klaustrophobisch” sollte man nicht sein ist quatsch. Ich habe das Fahrzeug auf der Roadshow in Berlin gesehen und dringesessen, auf dem Fahrerplatz und auf dem Beifahrerplatz auch. Das Ding hat effektiv mehr Platz für die Passagiere als ein Maybach! Echt! Riesig kann ich nur sagen. Und vor allem kannst Du die Beine ausstrecken, auch als großer Mensch, auf beiden Plätzen. Die Videos im Internet zeigen wohl längst nicht den letzten Stand, hat man mir erklärt. Die Videos, da war das Fahrzeug noch ein Vorläufer oder so, und viel kleiner. Jetzt ist es richtig ausgewachsen… :-) Geile Sache. Ich würde sofort eins haben wollen. Echt.

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