Für mehr Wildnis

Stadtgärtner, Naturschützer und Vertreter der Senats diskutierten am Freitag und Sonnabend, wie Berlin grüner wird, woher das Geld für mehr Grün kommt und wie urbane Gärten und ihre Gärtner mehr wertgeschätzt werden. Konkret ging es um die bestehenden Gärten in der Stadt – die Hofgärten, interkulturelle Gärten wie in Lichtenberg oder den Garten “Rosenduft” am Gleisdreieck, um nur einige Beispiel zu nennen – und die zukünftigen Gärten. Wie sie etwa auf Tempelhof entstehen sollen oder auf Brachen, die heute noch in der Hand des Liegenschaftsfonds sind.

“stadt-pflanzen” war das Treffen überschrieben und zusammen stellten die Gärtner, Politiker und Ökoforscher eine Reihe von Ideen auf, wie Berlin pflanzbarer wird. Hier ihre Ideen in einer kurzen Zusammenfassung:

  • Die Berliner Bürger sollen stärker und unkomplizierter  in die Entscheidungen von Senat und Bezirken eingebunden werden. “Partnerschaftlich gestalten statt Macht ausüben”, fasste Kartin Fleischer von Berlin 21 zusammen. Eine Koordinierungsstelle für eigene Aktivitäten der Berliner soll beim Senat entstehen.
  • Aus Mitteln der Lotto-Stiftung soll ein mindestens dreijähriges Förderprogramm entstehen, um urbanes Grün und auch Landwirtschaft in der Stadt zu fördern.
  • Kinder und Jugendliche sollten künftig viel mehr über Natur, Ökologie und Landwirtschaft lernen. So wie zum Beispiel heute schon im Projekt “Natur als Zweitsprache” des Türkisch-deutschen Zentrums.
  • Die biologische Vielfalt soll bewahrt und gefördert werden: seltene Saaten pflegen, säen und tauschen – das ist ein Punkt. Ökologische Nischen schaffen, wo seltene Pflanzen und Tiere in Ruhe leben können. “Wildnis zulassen, statt jede Grünfläche zu mähen und jeden Laubberg wegzupusten”, soll die Devise sein nach Wunsch der stadt-pflanzen- Diskutanten.
  • Die urbane Landwirtschaft soll ausgebaut werden: Die Idee ist, Kartoffeln, Tomaten, Bohnen und vieles andere anzubauen, damit Menschen sich davon ernähren können. Dass Berliner dank eines Gartens dann tatsächlich auf den Gang zum Supermarkt verzichten können und sich selbst mit Obst und Gemüse versorgen, ist unwahrscheinlich. Aber die Idee der  “Tafelgärten” – pflanzen und kochen für die Berliner, die wenig Geld zum Leben haben –  die klingt vielversprechend.

Links zu einigen am “stadt-pflanzen”-Wochenende Beteiligten:
urbanacker >>
Berliner Hofgärten von der Grünen Liga >>
Berlin 21 >>
Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis >>

Posted in Blog and tagged with , . RSS 2.0 feed.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>