Feature

Mauerpark-Flohmarkt denkt über seine Zukunft nach

Falafel am Eingang zum Mauerpark-Flohmarkt

Der Flohmarkt am Mauerpark ist beliebt, weit über die Grenzen Berlins hinaus. Aber seine Zukunft ist ungewiss. Das Areal, auf dem er seit 2004 stattfindet, ist Teil der Neuordnung des Mauerparks, die derzeit in vollem Gange ist. Die Betreiber des Flohmarkts haben einen Entwurf vorgelegt, der auf Kritik und Zustimmung stößt. Zugleich macht die Welt-Bürger-Park Stiftung Fortschritte. Der Süden des Mauerparks ist ein Beispiel dafür, wie Berliner Mitsprache einfordern und umsetzen.
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Noisolution, Rock und Chili vegan

Bei Backstage denkt man an Sex, Drugs and Rock’n Roll, Groupies und blauen Zigarettendunst. Das wilde Leben hinter der Bühne verlockt zu noch wilderen Phantasien über das, was hinter der Glastür zum Bühnenhintergrund passieren mag. Arne Gesemann, Gründer und Herz vom Berliner Label Noisolution, feierte mit seinem Label und “seinen” Bands den fünfzehnten Geburtstag – und wir waren eingeladen; allerdings nicht auf der Bühne, sondern dahinter. Und es war spannend.

Backstage im Festsaal Kreuzberg (Foto: Johanna von Stülpnagel)

Dass ein Musiklabel heutzutage fünfzehn Jahre alt wird, ist eine Seltenheit in der zunehmend flatterhaften und kompetitiven Musikindustrie. Es muss Arne Gesemann, dem Kopf des Kreuzberger Labels Noisolution zuzurechnen sein, dass er das schier Unmögliche geschafft hat: klein und fein, sich selbst und seinem Musikgeschmack treu zu bleiben. Und einen Musikerkreis um sich zu scharen, der sowohl Newcomer aus Gütersloh als auch „alten Hasen“ der L.A.-Musikszene vereint.

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Das Acabion soll den Verkehr revolutionieren

Sexappeal ist, wenn die Technik es schafft die Natur in den Vordergrund zu rücken. Peter Maskus ist der Erfinder und Entwickler des Acabions. Er entwirft ein Auto für die Zukunft. Lissy Pernthaler hat ihn interviewt.

Peter Maskus und das Acabion im Engadin (c) Peter Maskus

Interview und Text: Lissy Pernthaler : Es ist ein Auto. Ist es ein Auto? Es ist ein Auto. Es ist eine Rakete, äh, nein es ist mehr als ein Automobil. Ich kann es nicht genau erkennen. Ich sehe das „Ding“ also zum ersten mal an der Krummen Lanke im Sommer 2010. Es steht in einem großen Anhänger und parkt am Waldrand, nahe der Imbissbude. Man sieht ein großes graues Etwas, es gleicht am ehesten einer Flugzeugschnute, so wie ein Segelflieger.
Ein paar Tage später auf dem Ku’damm. Wieder der Anhänger, wieder dieses Gefährt. Jetzt will ich es wissen. Ich steuere darauf zu und frage den Mann der ganz lässig mit einem blauen Buch mit dem Titel Reise um die Welt in 2 Stunden in der Hand auf dem Anhänger sitzt: „Was ist das?“, frage ich und zeige auf das „Ding“. Und er lächelt und sagt: „Das ist das Auto der Zukunft!“

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“Berlin ist pflanzbar”

Christophe Kotanyi ist Gärtner aus Leidenschaft. Zuerst am Gleisdreieck und demnächst auf dem Tempelhofer Feld. Dort wird er zusammen mit Freunden einer der so genannten “Pioniernutzer” sein: Ab Januar werden sie nahe der Neuköllner Oderstraße ein Allmende-Kontor einrichten und bepflanzen. Ein Garten für alle und darüber hinaus eine Anlaufstelle für alle Berliner mit grünem Daumen. Gute Ratschläge, Saaten und Schippen zum Ausleihen gibt es umsonst. Wer will, wird für 1 Euro stolzer Pate von 1 Quadratmeter Tempelhof. Wir waren schon mal mit ihm vor Ort.

Christophe Kotanyi

Interview, Video, Fotos und Text: Johanna von Stülpnagel und Nicole Walter 3,4 Millionen Quadratmeter ist das stillgelegte Tempelhofer Flugfeld groß. 5.000 davon sind ab Januar 2011 für sechs Jahre in den Händen des Berliner Allmende-Kontor. Das entspricht in etwa der Größe eines Fussballplatzes. Christophe Kotanyi ist einer der Köpfe des künftigen Allmende-Kontors. Am knackig-sonnigen letzten Oktoberfreitag treffen wir ihn auf Tempelhof, Eingang Oderstraße.
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Sind das unsere Werte?

Was haben deutsche Werte mit dem Ungeheuer von Loch Ness gemeinsam, oder mit dem Yeti: Viele reden drüber, manche behaupten sie schon mal gesehen zu haben, aber was Handfestes gibt es nicht. Schützen soll man sie aber auf jeden Fall, vor allem vor den Zuwanderern, sagen Klaus Wowereit und Horst Seehofer. Und andere.

Wir fragten auf dem Hermannplatz nach: Was sind “deutsche” Werte? Am ehesten wohl “Pünktlichkeit, Ordnung, Verlässlichkeit”, kriegen wir zu hören, aber bei näherem Hinhören sind es dann doch eher europäische Werte, oder ganz persönliche Werte, oder menschliche Werte ganz allgemein. Und dass die deutschen Werte von Zuwanderen untergraben werden, das haben wir von keinem gehört.

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“Rassismus war schon immer ein Phänomen der Mitte”

Biplab Basu würde auch einem Neonazi die Haut retten und ihn verteidigen, wenn der Staat dessen Bürgerrechte einschränkte. “Nicht für seine Gesinnung, aber als Mensch”, stellt Basu klar. “Ich respektiere alle Menschen”, sagt er und wünscht sich das Gleiche von jedem, der hier lebt. Biplab Basu arbeitet für das Berliner Projekt ReachOut und hilft dort ganz konkret Menschen, die von rassistischen Angriffen betroffen sind. Wir sprechen mit ihm über den Rassismus aus der Mitte, über deutsche Pässe, nett gemeinte Ratschläge und seine Ansichten zur aktuellen Integrationsdebatte.

Biplab Basu

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Die Revolution wohnt nebenan

In diesen Tagen werden die historischen Kühlhäuser am Spreeufer abgerissen. Sie gehören mit zum Eisfabrik-Ensemble an der Köpenicker Straße, eines der ältesten in Europa. Peter Schwoch führt eine kleine Revolution für den Erhalt des Ensembles an. Er und die TLG, die anstelle der Kühlhäuser Aqualofts bauen willen, schauen sich dort seit Jahren Tag um Tag ins Auge. Denn Schwoch wohnt gleich nebenan im ehemaligen Wohnhaus der Eisfabrik. Ein Porträt beharrlichen Widerstands.

Das Eisfabrik-Ensemble.

Fotografien: Annie Luck | Text und Interviews: Nicole Walter ::: “Wow, do know you know what these wonderful buildings are?”, fragte mich ein japanischer Tourist völlig fasziniert, als ich vor einigen Tagen auf der Terrasse des Radialsystems an der Schillingbrücke stand und zur Eisfabrik und ihren Kühlhäusern hinüber schaute. Was er nicht wusste, “these wonderful buildings” werden gerade zum Teil abgerissen. Es sind die ältesten erhaltenen Hochkühlhäuser Europas, Carl Bolle ließ sie 1896 auf dem Spreegrundstück an der Köpenicker Straße 40/41 bauen. Zusammen mit der daneben errichteten Eisfabrik bilden sie ein komplettes Ensemble der Industriearchitektur. Die Eisfabrik, das Maschinen- und das Kesselhaus wurden vor zwei Jahren vor dem Abriss gerettet. Die Kühlhäuser hingegen hat der Bezirk Mitte zum Abriss frei gegeben, obwohl sie unter Denkmalschutz stehen.
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Caroline Pankert beim Europäischen Monat der Fotografie

"Mitfahrgelegenheit" – Fotografien von Caroline Pankert beim Europäischen Monat der Fotografie

Die bier statt blumen-Fotografin Caroline Pankert ist mit dabei beim Europäischen Monat der Fotografie, der an diesem Freitag in Berlin beginnt. Zusammen mit anderen belgischen Fotografen stellt Caroline Pankert eine Woche später in der Kommunalen Galerie Berlin aus. “Borders / No Borders” ist die Werkschau betitelt, die ein Panorama der belgischen Fotografie und Medienkunst im 20. und 21. Jahrhundert zeigen wird.
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