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Cowboys auf dem Berliner Asphalt

Selbst eine dichte Schneedecke und vereiste Straßen schrecken Fahrradkuriere nicht. Eine Frage der Ehre – und der Lust. “Genau mein Wetter”, sagt Mortimer. Und auch Ron Franz ist unterwegs auf dem Berliner Asphalt. Er fährt für die junge Kuriergenossenschaft Cosmo und spricht mit uns über sein Rad als “Schwert, Waffe und Waffel”, über Tempo und übers Älterwerden. Er legt uns das Keirin und das Cycle Culture Café ans Herz, der Laden ist eine Institution für Radkuriere an der Oberbaumbrücke.

Dort arbeiten Gary, Mortimer und Tuc, die auch den “Halloween Alley Cat” in Berlin organisieren. Eine Schnitzeljagd für Kuriere, ein Wettrennen mitten im laufenden Verkehr auf Berlins Straßen. Wir sprechen mit Tuc über seine Zeit als Radkurier, den Duft der Straße und die wirtschaftliche Seite des Kurierlebens.
Genau darüber haben sich auch die “Cosmonauten” viele Gedanken gemacht: Die Cosmo Kurier sind vor einem Jahr als Genossenschaft an den Start gegangen – um faire Arbeitsbedingungen in einem knallharten Gewerbe zu schaffen. Wir sprechen mit den beiden Vorständen Dennis Wendt und Ferdinand Lamkewitz über ihr erstes Jahr mit Cosmo. Let’s go!

Fahrradkurier Ron Franz frühmorgens auf der Glogauer Brücke

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“Berlin ist pflanzbar”

Christophe Kotanyi ist Gärtner aus Leidenschaft. Zuerst am Gleisdreieck und demnächst auf dem Tempelhofer Feld. Dort wird er zusammen mit Freunden einer der so genannten “Pioniernutzer” sein: Ab Januar werden sie nahe der Neuköllner Oderstraße ein Allmende-Kontor einrichten und bepflanzen. Ein Garten für alle und darüber hinaus eine Anlaufstelle für alle Berliner mit grünem Daumen. Gute Ratschläge, Saaten und Schippen zum Ausleihen gibt es umsonst. Wer will, wird für 1 Euro stolzer Pate von 1 Quadratmeter Tempelhof. Wir waren schon mal mit ihm vor Ort.

Christophe Kotanyi

Interview, Video, Fotos und Text: Johanna von Stülpnagel und Nicole Walter 3,4 Millionen Quadratmeter ist das stillgelegte Tempelhofer Flugfeld groß. 5.000 davon sind ab Januar 2011 für sechs Jahre in den Händen des Berliner Allmende-Kontor. Das entspricht in etwa der Größe eines Fussballplatzes. Christophe Kotanyi ist einer der Köpfe des künftigen Allmende-Kontors. Am knackig-sonnigen letzten Oktoberfreitag treffen wir ihn auf Tempelhof, Eingang Oderstraße.
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“Rassismus war schon immer ein Phänomen der Mitte”

Biplab Basu würde auch einem Neonazi die Haut retten und ihn verteidigen, wenn der Staat dessen Bürgerrechte einschränkte. “Nicht für seine Gesinnung, aber als Mensch”, stellt Basu klar. “Ich respektiere alle Menschen”, sagt er und wünscht sich das Gleiche von jedem, der hier lebt. Biplab Basu arbeitet für das Berliner Projekt ReachOut und hilft dort ganz konkret Menschen, die von rassistischen Angriffen betroffen sind. Wir sprechen mit ihm über den Rassismus aus der Mitte, über deutsche Pässe, nett gemeinte Ratschläge und seine Ansichten zur aktuellen Integrationsdebatte.

Biplab Basu

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Frau Prasad sucht Zwangsköchinnen

Was passiert, wenn Frauen ihr Land in Asien, Afrika oder Osteuropa verlassen, um ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen – und dann in Berlin ankommen und feststellen, dass sie in die Hände von Menschenhändlern geraten sind? Nivedita Prasad hilft Menschen, sich aus dieser Zwangslage zu befreien und ihre Rechte einzufordern. Von Heimat spricht sie nicht, denn damit hat die Lebenssituation der Frauen nichts zu tun. Sehr anschaulich berichtet sie hier von den Hintergründen und ihren eigenen Erfahrungen.

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“Berlin ist wie jeden Tag Sonntag …”

Von Caroline Pankert | Fotografien
und Johanna von Stülpnagel | Interview

Migration klingt nach weiten Strecken, Wanderungen durch die Wüste und Überwindung großer Gegensätze. Jemand wandert aus, ein und immer weiter in die Welt hinaus. Was aber, wenn jemand einfach nur einen Schritt über die Alpen wagt und ins Nachbarland zieht?

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“Ich mache alles international”

Von Johanna von Stülpnagel : Bathije Shabani ist in den 50er-Jahren im Kosovo geboren worden. Mit Anfang 20 entschloss sie sich, ihr eigenes Leben anzufangen und kam als “Gastarbeiterin” der Berliner Elektronikunternehmens Elektrolux in die Stadt.

Nach 40 Jahren in Deutschland stelle ich ihr die Frage: Wo und was ist Heimat für dich?

Das Gespräch mit Frau Shabani

“Mir ist überhaupt nichts fremd geblieben, weil ich mich hier wohl fühle. Also ich bin jetzt 40, bald 41 Jahre in Berlin. Ich schlafe ohne Probleme, ich habe keine Angst.”

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