berlin.kultur

Glaubenssache – Reportagefotografie in Friedrichshain

 

Zuflucht Religion (c) Christos Stefanou

 

Wer interessiert sich heute überhaupt noch für Religion, ist der Glaube ein Auslaufmodell? Darauf gibt es viele Antworten: ein christlicher Ritter aus Kreuzberg hat mit Hilfe des Glaubens den Drogen abgeschworen, die Jesus-Freaks in Neukölln feiern ihren Glauben jenseits traditioneller Regeln, die Hare-Krishna-Jünger in der Invalidenstraßen widmen ihr Leben ganz ihren “Lichtgestalten” und ihrem Guru – und kochen nebenbei wunderbar vegetarisches Essen.

Zehn Fotografen und ich zeigen ab Freitag abend unsere Fotoreportagen über Religion in der Alten Feuerwache in Friedrichshain. Morgen abend eröffnen wir unsere Ausstellung “Glaubenssache” mit Sekt und Elektro Musike und ihr seid herzlich eingeladen!

Glaube – Hoffnung und Halt oder ein Auslaufmodell? Womit geben Menschen heute Ihrem Leben Sinn und Erfüllung? Diesen Fragen sind wir in unseren ihren Reportagen nachgegangen und haben Menschen vielfältiger Glaubenskulturen eine Zeit lang mit der Kamera begleitet.

Ein kurzer Einblick in ein paar ausgewählte Themen:

Die täglichen Gebete gen Mekka, Ramadan, die Rufe des Muezzin – diese islamischen Rituale und Feiertage sind bekannt. Carlotta Schneller begleitet einen muslimischen Bestatter und zeigt in ihrer einfühlsamen Reportage einen Aspekt der Glaubenskultur des Islams, der hierzulande oft im Verborgenen stattfindet.

Athen ist für Hunderttausende Migranten ein Zufluchtsort – trotz der wirtschaftliche Misere. Die religiösen Gemeinden von Muslimen, Sikhs und Katholiken werden zur seelischen Heimat. Sie geben Hoffnung für die Zukunft, Unterstützung im Alltag und die Möglichkeit, sich mit. Leuten aus dem eigenen Land auszutauschen. Christos Stefanou zeigt sie in seiner Reportage.

Die Jesus Freaks finden sich regelmäßig im Keller einer ehemaligen Brauerei in Berlin-Neukölln ein. Sie sitzen auf alten Sofas oder lehnen an der selbstgemauerten Bar. Der Gottesdienst beginnt mit Musik. Kinder rennen durch den Raum. Auch bei der anschließenden Predigt geht es locker zu. Hier darf man sein, wie man will. Es geht vor allen Dingen um Jesus. Hans-Jörg Aleff porträtiert die Jesus Freaks in seiner Reportage.

In den 80er Jahren war Michael Marek Mitglied einer Kreuzberger Rockergang. Gewalt und Drogenexzesse haben ihn an den Abgrund geführt. Seine Hinwendung zu Gott und die Faszination für das Rittertum waren seine Rettung. Frank Seeger zeigt sein zweites Leben – das Portrait eines Menschen, der auf skurrile Weise seinen christlichen Glauben praktiziert.

Berlin, die Haupstadt des Techno, hat sich für eine internationale Szene in ein Pilgerziel verwandelt. Tag und Nacht elektronische Musik für alle. Carles Gonzaléz zeigt die Trance und Ekstase, die Liturgie und die Rituale in den Clubs von Berlin.

Die Ausstellung:

11. Januar bis 15. Februar 2013

alte feuerwache > projektraum
marchlewskistraße 6
friedrichshain

u5 weberwiese

Montag bis Freitag 14 – 19 Uhr
Freitag und Sonnabend 14 – 20 Uhr

… und sonst noch:

DO 24.01.2013, 19.00 UHR
“UM GOTTES WILLEN – IST DER GLAUBE EIN MODELL VON GESTERN”?
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Michael Bongardt, Institut für Vergleichende Ethik, Freie Universität Berlin
Pinar Çetin, DITIB, Türkisch Islamische Union
Fabio Reinhard, Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus
und Pfarrer Heiko Schulz, Ev. Jesus-Christus-Kirchengemeide

Moderation: Alke Wierth, taz

DO 31.01.2013, 19.00 UHR
KAI LÖFFELBEIN, FREMDE HEIMAT
Vortrag und Gespräch mit dem Fotografen und Träger des Henri-Nannen-Preises Beste Reportagefotografie 2012 und UNICEF-Foto des Jahres 2011 (1. Preis)

Fahrstil – vom Duft des Asphalts. Eine Leseempfehlung.

Fahrstil - "Haltung"

Haltung zeigen – die Dezember-Ausgabe des fahrstil-Magazins.

Vor ein paar Tagen war ein wunderbares Magazin in meinem Briefkasten: fahrstil, das Magazin für Radkultur. 160 Seiten über das Vergnügen Fahrrad zu fahren. “Haltung” ist das Thema der Dezemberausgabe und die Spannbreite ist weit. Wolfgang Scherreiks hat den Berliner Blogger Klaus Höpner aka Kalle besucht und gesprochen. Kalle ist der Mann hinter dem Rad-Spannerei-Blog und die beiden unterhalten sich auf einer Hinterhofterrasse in Prenzlauer Berg über seine Zeit als Hausbesetzer, übers Blog-Schreiben und ein ganz kleines bisschen auch über das Kollektiv Rad-Spannerei. Dazu gibt es schön fotografierte Porträts von Mathias Kutt.

Read More »

Fashion goes Kiez: Designer-Kaufhaus öffnet in Neukölln

(c) Nemona, Treches Danses

Neukölln hat ein neues Modekaufhaus. 30 Label aus dem Kiez zeigen in der Ganghoferstraße unter einem Dach ihre Mode. Fashion Victims müssen schnell sein: Das Modekaufhaus mit dem Motto Neukölln zieht an öffnet nur für gut zwei Wochen, Anfang Dezember ist erstmal schon wieder Schluss.

Mit dabei sind u.a. die Label Chalotte Pulver – über die bier statt Blumen hier schonmal berichtet hat, die Eilbotenanstalt, Kollateralschaden, die Berlinfabrik und ManduTrap. Teil des “Concept Store” – so der Titel des Modekaufhauses – ist auch ein Casting: Die drei Designer, die am 24.11. das Rennen machen, können ihre Mode bei der nächsten Berlin Fashion Week zeigen .

(c) Nemona, ManduTrap

Neukölln ist inzwischen zur Heimat vieler Modedesigner, Schneider-Ateliers und Nähwerkstätten geworden. Damit sie bekannter werden und auf wirtschaftlich tragfähigen Beinen stehen können, unterstützt sie unter anderem das Netzwerk Nemona – was für „Netzwerk Mode & Nähen in Neukölln“ steht. Das Pop-Up-Modekaufhaus, das Nemona mit der Aktion Karl-Marx-Straße zusammen organisiert, soll genau dazu beitragen: Neuköllner Mode von elegant bis Streetwear, vom Abendkleid bis zum Designerschmuck in die Welt hinaus zu tragen.

Concept Store Mode und Design aus Neukölln
Ganghofer Straße 2

15. November bis 1. Dezember 2012
Montag bis Freitag 16 bis 20 Uhr
Samstag 11 bis 20 Uhr

Von Nirvana zu ‘Peter und der Wolf’ – das KussKuss in Neukölln

Juliane Fritz hat vor kurzem den wunderbaren Blog ‘Give me a Stage’ gestartet. Fast jeden Abend spielen unbekannte Musiker auf einer der offenen Bühnen Berlins, in Kneipen oder kleinen Clubs. Juliane Fritz, Journalistin und selbst als Musikerin auf Open-Stage-Bühnen der Stadt unterwegs, interviewt und porträtiert sie auf ihrem Blog. Genau von dort stammt dieser Beitrag von ihr.

KussKuss-Inhaber Daniel Grabala im Interview mit ‘Give me a stage’-Bloggerin Juliane Fritz:

Daniel Grabala hinterm KussKuss-Tresen (c) Juliane Fritz

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“ Daniel Grabala kommt ins Grübeln, wenn man ihn nach seinen Plänen fragt, denn er hat sehr viele. Wir sitzen in seiner Wohnung. Es sieht so aus, als wären er und seine Freundin Jennifer gerade eingezogen: Angefangene Renovierungsarbeiten und wenig Mobiliar. „Nur das Schlafzimmer ist schon fertig“, erzählt Daniel, „mehr brauchen wir nicht, wir sind sowieso den ganzen Tag im Laden und haben dort auch eine Küche.“ Der Laden ist das KussKuss. Ein junges Neuköllner Café, in dem sich alles um Musik dreht.

Read More »

Die Freunde von der Place Blanche


Die Berliner Galerie “swedish photography” zeigt Christer Strömholms Fotografien der Transsexuellen im Paris der fünfziger und sechziger Jahre.

Von Nicole Walter. Nachts packt er seine Pfeife, die Leica und einige Rollen der legendären schwarz-weißen Tri-X Filme ein und geht hinunter von seinem Hotel in die Brasserie am Place Blanche, nahe des Pariser Montmartre. Zwei schöne Mädchen faszinieren den schwedischen Fotografen Christer Strömholm besonders. Er fotografiert sie, geht dafür auch mit in ihre Ein-Zimmer-Wohnung nahe der Brasserie. Noch in der Nacht entwickelt er in seinem Hotelzimmer die Filme in einer improvisierten Dunkelkammer, um sie den jungen Frauen am nächsten Tag vorbeizubringen. Mit einer Schatulle voller Fotografien steht Strömholm vor der Tür. Die Tür öffnet jedoch ein junger Mann – es ist eine der hübschen jungen Frauen vom Abend zuvor, aber ungeschminkt und nicht mehr in Frauenkleidern. Es ist Mitte der fünfziger Jahre und der Beginn von Strömholms lebenslanger Freundschaft mit den Transsexuellen vom Place Blanche in Paris.

Read More »

Großartige Freaks – eine neue Doku über den Mauerpark

Diesen Freitag wird über die Zukunft des Mauerparks diskutiert und vielleicht auch entschieden: Ab 17.30 Uhr debattiert der Stadtentwicklungsausschuss von Mitte über die Zukunft des Parks. Bebauung – ja oder nein? Erweiterung des Parks – ja oder nein?
Das was den Mauerpark ausmacht, das hat die Freakreporterin aka Miriam Häusler in Bildern und Interviews eingefangen.

Ihr halbstündiger Dokumentarfilm ist jetzt auf youtube zu sehen:

Read More »

Das Berliner kiezkieken-Filmfestival guckt in die Sterne

Schönes Sternentheater: das Zeiss Großplanetarium in Prenzlauer Berg. (cc) Secret Pilgrim via flickr.com

Ein toller Ort, um Filme zu sehen: das Zeiss Großplantarium an der Prenzlauer Allee. Kommenden Sonntag findet dort der 2. Teil der Kurzfilm-Festivals “kiezkieken” statt. Gezeigt werden Kurzfilme über, aus und mit dem Prenzlauer Berg. Zum Beispiel “Jahrtausendnacht”, eine Doku über zufällige Begegnungen vor, während und jenseits des Jahrtausend-Silvesters 1999/2000. Oder der Kurz-Spielfilm von Tobias Wiemann , Titel: “Familienschaukel”.

Vorigen Sonntag ist das kiezkieken-Festival im Wedding gestartet. Nach dem Prenzlauer Berg-Sonntag zieht es weiter nach Osten ins Orwo-Haus nach Marzahn, für einen Sonntag voller Kurzfilme über Marzahn. Immer steht ein Kiez voll und ganz im Mittelpunkt, in vielen Facetten. Gezeigt werden 2-Minüter, Animationsfilme, Dokus und Kurz-Spielfilme. Alles, was unter einer halben Stunde lang ist und sich um den Kiez dreht, sonst gibt es keine Regeln.
Read More »

Nicht nur für Genies: Franziska Schramm über das Kreative Schreiben

Franziska Schramm

Wörter wie fette Beats. Sätze, die im Rhythmus klingen. Texte wie ein guter Rap Song. Franziska Schramm mag genau das. “Wie die Sprache klingt, fasziniert mich”, sagt sie.

Heutet startet die Autorin ihre Werkstatt für „Kreatives Schreiben“ in Friedrichshain. Menschen jeden Alters mit Lust am Geschichtenerzählen sind dazu eingeladen. “Um gut zu schreiben, muss man kein Genie sein”, sagt Franziska Schramm. “Diese Haltung ‘Man hat das Talent zum Schreiben, oder man hat es nicht’  – die teile ich nicht. Schreiben ist eine Fertigkeit, die man entwickeln kann.”
Read More »