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Frisch vom Designer: Mode aus Neukölln

Der Nemona Concept Store in Neukölln.

Mit Mode habe ich nichts am Hut. Ich habe um die zwanzig Lieblingsstücke, die ich trage, bis sie mir vom Leibe fallen. Und dann gehe ich in den nächstgelegenen Laden und kaufe mir was Schönes Originelles Praktisches. Das ändert sich gerade. Neuerdings kaufe ich beim Designer und beginne, mich für Mode zu interessieren. Neukölln ist das Stichwort. Dort gibt es eine Reihe junger Designer und Schneiderwerkstätten, die wunderschöne und bezahlbare Mode machen. Für den Alltag und den großen Galaauftritt.

Noch bis diesen Samstag, den 1. Dezember, hat der Concept Store in der Neuköllner Ganghofer Straße seine Pforten geöffnet. Viele Neuköllner Modemacher zeigen dort ihre Kollektion, mit dem Ziel bekannter zu werden und vieles davon zu verkaufen. Das Konzept dahinter ist schlicht. An langen Kleiderstangen hängen alle hintereinander, was sie haben: Hosen, Kleider, T-Shirts und anderes mehr. Etwas verloren kommt man sich vor, in dem 300 Quadratmeter großen Store auf Zeit – was sich sehr schnell ändert, denn manche Designer sind vor Ort und füllen den Laden mit Leben. Die Entscheidung fällt mir schwer: wäre mein Geldbeutel praller gefüllt, ich hätte vermutlich die halbe Kleiderstange abgeräumt. Ein raffiniertes schwarz-cremefarbenes T-Shirt und einen Loop-Schal sind es, die ich schließlich mit mir nach Hause trage. Was die Neuköllner Labels von anderen unterscheidet? Ich mag die Kollektionen vieler von ihnen, sie sind raffiniert und atmen den Asphalt der Karl-Marx-Straße, sie sind wunderbar sorgsam genäht – oft von den Designern selbst oder in Schneiderwerkstätten in Neukölln, und sie haben allesamt eine persönliche Note. Lieber weniger im Schrank, aber mit Liebe ausgewählt – dafür werde ich künftig öfter nach Neukölln radeln.

Der Concept Store hat bis einschließlich 1. 12. geöffnet:
Ganghofer Straße 2, geöffnet ist von 11 bis 20 Uhr.

Aber viele der Designer haben eigene Ateliers oder Läden. Meine Favoriten – und da kommen bestimmt bald noch mehr dazu – sind Chalotte Pulver und JR Sewing. Eine umfassende Übersicht bietet Nemona (Netzwerk Mode & Nähen Neukölln). Nemona ist Mitveranstalter des Concept Stores.

Mehr zum Thema:

“Neukölln ist nicht Catwalk, Neukölln ist Straße” * Oktober 2011

Chalotte Pulver macht den Roadrunner's Club zum Laufsteg * Dezember 2011

 

Fashion goes Kiez: Designer-Kaufhaus öffnet in Neukölln

(c) Nemona, Treches Danses

Neukölln hat ein neues Modekaufhaus. 30 Label aus dem Kiez zeigen in der Ganghoferstraße unter einem Dach ihre Mode. Fashion Victims müssen schnell sein: Das Modekaufhaus mit dem Motto Neukölln zieht an öffnet nur für gut zwei Wochen, Anfang Dezember ist erstmal schon wieder Schluss.

Mit dabei sind u.a. die Label Chalotte Pulver – über die bier statt Blumen hier schonmal berichtet hat, die Eilbotenanstalt, Kollateralschaden, die Berlinfabrik und ManduTrap. Teil des “Concept Store” – so der Titel des Modekaufhauses – ist auch ein Casting: Die drei Designer, die am 24.11. das Rennen machen, können ihre Mode bei der nächsten Berlin Fashion Week zeigen .

(c) Nemona, ManduTrap

Neukölln ist inzwischen zur Heimat vieler Modedesigner, Schneider-Ateliers und Nähwerkstätten geworden. Damit sie bekannter werden und auf wirtschaftlich tragfähigen Beinen stehen können, unterstützt sie unter anderem das Netzwerk Nemona – was für „Netzwerk Mode & Nähen in Neukölln“ steht. Das Pop-Up-Modekaufhaus, das Nemona mit der Aktion Karl-Marx-Straße zusammen organisiert, soll genau dazu beitragen: Neuköllner Mode von elegant bis Streetwear, vom Abendkleid bis zum Designerschmuck in die Welt hinaus zu tragen.

Concept Store Mode und Design aus Neukölln
Ganghofer Straße 2

15. November bis 1. Dezember 2012
Montag bis Freitag 16 bis 20 Uhr
Samstag 11 bis 20 Uhr

Kiezgarten goes Platte – in Hohenschönhausen wächst ein neues Gartenprojekt

Hohenschönhausen, das sind Plattenbauten, Nazis, hohe Arbeitslosigkeit und ein Stasi-Gefängnis. Soweit die Vorurteile. Und Hohenschönhausen steht für einen Gemeinschaftsgarten, der trotz vieler Schwierigkeiten weiter wächst. Inmitten des Ostsee-Viertels, in den siebziger Jahren als Plattenbausiedlung erbaut, entsteht der Garten auf einer Brache.
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Von Nirvana zu ‘Peter und der Wolf’ – das KussKuss in Neukölln

Juliane Fritz hat vor kurzem den wunderbaren Blog ‘Give me a Stage’ gestartet. Fast jeden Abend spielen unbekannte Musiker auf einer der offenen Bühnen Berlins, in Kneipen oder kleinen Clubs. Juliane Fritz, Journalistin und selbst als Musikerin auf Open-Stage-Bühnen der Stadt unterwegs, interviewt und porträtiert sie auf ihrem Blog. Genau von dort stammt dieser Beitrag von ihr.

KussKuss-Inhaber Daniel Grabala im Interview mit ‘Give me a stage’-Bloggerin Juliane Fritz:

Daniel Grabala hinterm KussKuss-Tresen (c) Juliane Fritz

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“ Daniel Grabala kommt ins Grübeln, wenn man ihn nach seinen Plänen fragt, denn er hat sehr viele. Wir sitzen in seiner Wohnung. Es sieht so aus, als wären er und seine Freundin Jennifer gerade eingezogen: Angefangene Renovierungsarbeiten und wenig Mobiliar. „Nur das Schlafzimmer ist schon fertig“, erzählt Daniel, „mehr brauchen wir nicht, wir sind sowieso den ganzen Tag im Laden und haben dort auch eine Küche.“ Der Laden ist das KussKuss. Ein junges Neuköllner Café, in dem sich alles um Musik dreht.

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Die Freunde von der Place Blanche


Die Berliner Galerie “swedish photography” zeigt Christer Strömholms Fotografien der Transsexuellen im Paris der fünfziger und sechziger Jahre.

Von Nicole Walter. Nachts packt er seine Pfeife, die Leica und einige Rollen der legendären schwarz-weißen Tri-X Filme ein und geht hinunter von seinem Hotel in die Brasserie am Place Blanche, nahe des Pariser Montmartre. Zwei schöne Mädchen faszinieren den schwedischen Fotografen Christer Strömholm besonders. Er fotografiert sie, geht dafür auch mit in ihre Ein-Zimmer-Wohnung nahe der Brasserie. Noch in der Nacht entwickelt er in seinem Hotelzimmer die Filme in einer improvisierten Dunkelkammer, um sie den jungen Frauen am nächsten Tag vorbeizubringen. Mit einer Schatulle voller Fotografien steht Strömholm vor der Tür. Die Tür öffnet jedoch ein junger Mann – es ist eine der hübschen jungen Frauen vom Abend zuvor, aber ungeschminkt und nicht mehr in Frauenkleidern. Es ist Mitte der fünfziger Jahre und der Beginn von Strömholms lebenslanger Freundschaft mit den Transsexuellen vom Place Blanche in Paris.

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Großartige Freaks – eine neue Doku über den Mauerpark

Diesen Freitag wird über die Zukunft des Mauerparks diskutiert und vielleicht auch entschieden: Ab 17.30 Uhr debattiert der Stadtentwicklungsausschuss von Mitte über die Zukunft des Parks. Bebauung – ja oder nein? Erweiterung des Parks – ja oder nein?
Das was den Mauerpark ausmacht, das hat die Freakreporterin aka Miriam Häusler in Bildern und Interviews eingefangen.

Ihr halbstündiger Dokumentarfilm ist jetzt auf youtube zu sehen:

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Chalotte Pulver macht den Roadrunner’s Club zum Laufsteg

Diesen Samstag feiert die Neuköllner Modedesignerin Charleen Sill ihre neue Kollektion. Nicht in einem glamorösen Modetempel, sondern inmitten der neuen Partyreihe Barracuda Ballroom Night im Roadrunner’s Rock und Motor Club in Prenzlauer Berg. Das passt, denn die Macher der Barracuda Ballroom Nights wollen die Lebenslust des Rock’n Roll feiern, und Charleen Sills Entwürfe spiegeln das wider.

Im Mai 2010 hat die gebürtige Berlinerin ihr Modelabel “Chalotte Pulver” gegründet. “Chalotte Pulver” – dahinter steht Sills Begeisterung für die Schauspielerin Liselotte Pulver und ihr Lieblingsname Charlotte, so wie ihn die Berliner aussprechen. An der Berliner Hochschule für Technik hat die 28jährige Modedesign studiert und zunächst als Freelancer für einige Modeunternehmen gearbeitet,

Die Mode ihres eigenen Labels “Chalotte Pulver” entwirft und näht Charleen Sill in ihrem Atelier in der Neuköllner Donaustraße, das sie zusammen mit ihrer Kollegin Heike Ranziger (“Eilbotenanstalt Berlin”) betreibt. Ihr Atelier in der Parallelstraße zur Karl-Marx-Straße im Herzen Neuköllns haben die Modemacherinnen zudem zu einem kleinen Laden ausgebaut, in dem sie ihre Kollektionen zeigen.

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Keine Lust auf “schwule Pässe” – TeBe Fans wollen grenzenlosen Fußballspaß

Im Mommsenstadion, Spielstätte von Tennis Borussia Berlin. Aufgenommen beim 5:3 Sieg von TeBe gegen Hermsdorf im Oktober. (Foto: Stefanie Barthold)

Aktion Libero – rund 70 Sportblogger haben sich zusammen getan, um heute über Homophobie im Fußball zu berichten. U.a. sind die Blogger von textilvergehen, Trainer Baade, Lizas Welt und unrund.com dabei.

bier statt blumen hat zusammen mit Stefanie Barthold (unrund.com), die die Aktion Libero mitorganisiert, mit Sebastian und Christian gesprochen: Beide sind eingefleischte Fans von Tennis Borussia Berlin (TeBe) – und haben die Aktion “Fußballfans gegen Homophobie”  mitgegründet.

“Schwul” ist eines der meist gebrauchten Wutwörter in den Fußballstadien: Von “schwuler Pass” bis “Schiedsrichter, du schwule Sau” passt so einiges rein in 90 Minuten. Read More »