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Mehr als die Heldenkür für Edward Snowden – die Freiheit statt Angst Demo in Berlin

Edward Snowden ist ein Held. Das denken hier nicht nur viele, manche halten sich sein Konterfei demonstrativ als Maske vors Gesicht oder tragen ihn auf dem T-Shirt. Die “Freiheit statt Angst” Demo am Sonnabend in Berlin brachte gut zehntausend Menschen auf die Straße, die Veranstalter sprechen sogar von 20.000.
Dabei sind nicht nur Internet-Aktivisten auf dem Asphalt unterwegs: Junge Eltern schieben den Nachwuchs im Buggy durchs Demogetümmel, ältere Menschen laufen würdevoll im Zug mit, viele Jugendliche sind dabei. Angefangen hatte die Demo eher zäh: nur langsam tröpfelten die Demo-Teilnehmer auf den Alexanderplatz. Als die Redner zum Auftakt die Bühne betreten, ist die Stimmung gut und entspannt, aber wahre Begeisterung ist noch nicht zu spüren. Das ändert sich schlagartig, als Jacob Appelbaum ans Mikro geht. Der Internet-Aktivist, der für das Tor-Projekt arbeitet, zündet einen Funken.

Gut eine Stunde später ist der Demozug spürbar angewachsen, der Protest ist laut, bunt & friedlich:

… gut zu lesen:

Carolin Neumann schreibt hier auf ihrem Blog nachdenklich über den Protestzug.

Daniel Bröckerhoff hat hier live gebloggt.

Paradies Neukölln

Route44-Neukoelln-Juni2013 from bier statt blumen on Vimeo.

Ein tunesischer Koch, der italienisch kocht und Wert legt auf islamisch geschlachtetes Fleisch. Eine Kneipe am Richardplatz, in der seit rund 30 Jahren internationale Studenten ein- und ausgehen und Kultur machen für ihre Nachbarschaft. Und in einem Kreis von nur 500 Metern leben eine katholische Schule, eine Baptistengemeinde und die Moschee Gazi Osman Pasa friedlich nebeneinander. Das sind Orte, die für Maria Ghouri und Hiba Ayad ihr Neukölln auszeichnen. Ganz im Gegensatz zur hohen Kriminalitätsrate, chaotischen Schulen und Ehrenmorden – Vorurteile, die das Bild Neuköllns sonst so in der Öffentlichkeit prägen.

Maria Ghouri und Hiba Ayad nehmen Berliner und Touris mit in ihr Neukölln und geben einen persönlichen Blick auf das, was ihnen in ihrem Kiez am Herzen liegt. Anfang Juni habe ich sie dabei mit der Kamera begleitet. Ein Tipp: Die Tour gibt es öfters, wie auch einige andere interessante Rundgänge durch Neukölln – geführt von der Frauen an der “Route 44“.

Sophia Burton war bei dem Rundgang mit Maria und Hiba auch dabei und hat in ihrem wunderbaren Blog „Collidoscope Berlin“ hier darüber geschrieben.

Und, um das Medienaufgebot komplett zu machen, Magalena Bienert hat für das Funkhaus Europa einen 3-minütigen Radiobeitrag gemacht, der hier nachzuhören ist.

Eine andere Tour der Route 44-Frauen habe ich schonmal begleitet. Und das ist hier auf bierstattblumen noch zu finden.

Großartige Freaks – eine neue Doku über den Mauerpark

Diesen Freitag wird über die Zukunft des Mauerparks diskutiert und vielleicht auch entschieden: Ab 17.30 Uhr debattiert der Stadtentwicklungsausschuss von Mitte über die Zukunft des Parks. Bebauung – ja oder nein? Erweiterung des Parks – ja oder nein?
Das was den Mauerpark ausmacht, das hat die Freakreporterin aka Miriam Häusler in Bildern und Interviews eingefangen.

Ihr halbstündiger Dokumentarfilm ist jetzt auf youtube zu sehen:

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Lasagne naschen für den Klimaschutz – der Carrot Mob in Berlin

Der Flyer zum Smart Mob in Majas Deli (c) BUND Jugend Berlin

Eine ordentliche Portion Lasagne vernaschen und ganz nebenbei die Welt retten – nichts weniger als das verspricht der Carrot Mob. Im Juli kam der Mob zu Maja’s Deli im Prenzlauer Berg. Maja und Jana, die beiden Gründerinnen des veganen Deli, hatten zugesagt, 75 Prozent ihres Tagesumsatzes in den Klimaschutz in ihrem Laden zu investieren. Und dafür haben die Carrot Mob-Organisationen von der BUND Jugend Berlin via Facebook, Twitter und Mund-zu-Mund-Propaganda die Trommeln geschlagen, damit möglichst viele Leute an diesem Tag essen kommen und der Umsatz in die Höhe schnellt.

In Prenzlauer Berg servieren Maja und Jana vegane Küche in ihrem Deli. Und auch ihr Laden ist voll am Tag des Carrot Mobs, ein Freitagnachmittag im Juli. “Wir haben rund das Zweifache unseres gewöhnlichen Umsatzes erzielt”, sagt Maja. Und so das Geld eingenommen, um den alten Herd durch einen Energie sparenden Induktionsherd zu ersetzen und einige weitere kleine Klimaschutzinvestitionen zu finanzieren. 75 % ihres Umsatzes stecken sie in Investitionen, ein ordentlicher Sprung von den 22 % bei der Mob-Premiere in San Francisco.


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Welche Revolution willst du starten?

“Welche Revolution willst du starten?” Das haben wir Menschen gefragt, die uns spontan im Mauerpark und im angrenzenden Teil des Wedding begegnet sind. Welche Revolution wollt ihr starten? Schreibt uns & wir verlosen unter allen Revolutionären zwei Tickets für ein Union-Spiel in der Alten Försterei oder für das Babylon Mitte.

Das ist Olaf Forners Antwort, welche Revolution er denn lostreten würde. Und, ja, klingt als hätten wir’s bei Windstärke 12 aufgenommen, nächstes Mal wird’s besser, versprochen. Olaf Forner sitzt zeitungslesend vor dem Amphitheater im Mauerpark, als wir dort vorbei kommen. Er ist “der taz-Unioner”, verkauft abends die taz vom nächsten Tag und hat immer Union-Tickets mit im Gepäck, er verpasst selbst kein Spiel von Union und nach Möglichkeit auch keines von St. Pauli. Olaf schreibt für den Wahrschauer und an einem eigenen Buch, à propos Wahrschauer: Der erscheint im Oktober zur Revolution 2.0. Wir fragen weiter im Mauerpark nach der Revolution …
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Aus Chile nach Berlin

Von Annie Luck | Ich bin in Concepción, in Chile, geboren und aufgewachsen. Voriges Jahr bin ich nach Berlin gekommen, um hier zu leben. Diese Bilder und Klänge erzählen von meinem ersten Jahr in dieser Stadt. Das schwere Grau des Berliner Winters am Anfang … Jetzt der freie heitere Sommer.

Diese Serie hat keine logische Folge.
Es sind nur Fotografien von der Stadt, die seit einem Jahr meine neue Heimat ist.
Es ist sehr kompliziert, das Wort “Heimat” zu definieren.
Ich habe keine Heimat, obwohl ich vor Berlin mein ganzes Leben nur an einem Ort verbracht habe.

Heimat ist für mich kein Ort, lein Land, kein Kontinent.
Eine Heimat existiert nur wegen unserer utopischen Wünsche.
Heimat besteht aus Details.
Heimat sind Menschen.
Heimat ist …
Heimat könnte sein …
Heimat wird …
Heimat wird sicherlich ihre Bedeutung verändern.